Für dich geht es bald ins PJ und du willst ein paar Tipps, die dir den Start erleichtern? Da bist du hier genau richtig! 😚 Ich bin Marie und stehe aktuell kurz vor dem M3. Im Folgenden fasse ich dir ein paar Ratschläge zusammen, die ich mir vor meinem PJ-Start gewünscht hätte. Hoffentlich, kann ich dir dabei weiterhelfen 😘 Über Kritik oder weitere Ideen freuen wir uns immer, also schreib uns gerne hier oder auf instagram.
Der Post gliedert sich in 3 Kategorien:
- Ausrüstung
- Vorbereitung auf den Stationsalltag
- Noch ein paar Worte zum Mindset
Was du an Ausrüstung mitbringen solltest:
Okay, da sind jetzt natürlich ein paar no-brainer dabei und die Ausrüstung varriiert auch je nach Fachgebiet - wenn du kurz vor dem PJ stehst muss ich dir das wohl nicht mehr erzählen 😃 Was ich aber generell immer dabei hatte waren:
- Notizbuch - super wichtig, weil es mir als Gedankenstütze dient und ich darin wichtige Themen aufarbeite. Meine Taschenkarten sind dort auch mit drin.
- Sifte - am besten natürlich den guten alten 4-Farben-Stift.
- Pupillenleuchte - hab ich sowohl in der Anästhesie als auch in der Inneren und Chirurgie ab und an gezückt. Und sieht einfach besser aus, als dem Patienten mit dem Handy ins Gesicht zu strahlen.
- Stethoskop. Macht tatsächlich immer Sinn, außer du machst wirklich NUR Stationsarbeit in der Unfallchirurgie. Aber ab dem Zeitpunkt, wo du da auch in der Notaufnahme landen kannst, ist Haben besser als Brauchen.
- Genug Snacks. Ich hab mir immer Mealprep zum Mittag mitgenommen, aber für zwischendrin waren auch echt Riegel, Proteinshakes und Süßigkeiten meine besten Freunde 🥰 Rezepte für Mealpreps und gesunde Proteinsnacks haben wir hier übrigens auf dem Blog - klick dich gerne mal durch😎
Joa, das war es eigentlich schon. Klar, wenn du jetzt auf der Kardio sitzt wäre ein EKG-Lineal ganz praktisch. Und den Reflexhammer braucht man auch in manchen Fachgebieten. Aber die fachgebietsübergreifenden basics hast du hier 🫰🏻
Die beste Vorbereitung für den Stationsalltag:
Wir kennen und lieben es: Das M2 ist geschafft, mental ist man durch, will nur seine Ruhe und auf einmal steht das PJ vor der Tür. Einen Lernplan dafür gibt es (zum Glück) nicht, aber minimal kann man sich darauf schon auch vorbereiten 🙃
1. Informiere dich über die Station
Da gibt's ganz verschiedene Quellen: Andere PJler (einmal eine Nachricht in die WhatsApp-Jahrgangsgruppe schreiben) oder auch einfach die Website des Klinikums. Zum einen kannst du dadurch sehen, wie die Leute heißen und wer wichtig ist - am ersten Tag wirst du wahrscheinlich vom Chefarzt/der Chefärztin begrüßt und da wäre es schon gut, den Namen zu kennen. Zudem siehst du, welche Leistungen erbracht werden. Also zum Beispiel welche OPs regelmäßig durchgeführt werden.
Was auch eine gute Sache ist, ist das PJ-Ranking. Leider sind da oft nur veraltete Berichte 😢
2. Informiere dich über das Fachgebiet
Keine Sorge, keiner erwartet, dass du als härtestes Brain auf Station ankommst und den Laden schmeißen kannst. Ich habe mich vor meinen Tertialen immer kurz davor ein bisschen mit dem Fachgebiet beschäftigt. Beispielsweise vor der Nephrologie den Nephro-Podcast von Amboss gehört. Generell ist Amboss dein bester Freund, in so 1-2 Stunden kannst du dir damit nämlich auch nochmal die Chirurgie-Basics anlesen. Vor dem Chirurgie-Tertial würde ich dir auch empfehlen, nochmal kurz die Nahttechniken zu üben. Verpass einer Banane ein bisschen Donati und du bist ready für deine erste Knie-TEP 😃
3. Lerne im Stationsalltag immer bisschen mit
Natürlich kannst du vor dem Start nicht mal annähernd den Großteil lernen. Und auch währenddessen kann es zu stressig sein. Deshalb habe ich mir angewöhnt, Amboss bei Gelgenheit zu öffnen und einfach mitzulesen. Du sollst einen Arztbrief zum Schädel-Hirn-Trauma schreiben? Die 15 min, um auf Ambos nachzulesen was das ist, hast du immer! Oder natürlich du hast Glück, nette Ärzte und kannst die einfach fragen 😅
4. Stelle die bei jedem vor. Lieber zu oft als zu selten
Die Überschrift sagt alles. In der ersten Woche stelle ich mich grundsätzlich wirklich IMMER bei JEDEM vor. Du kannst ja ganz ehrlich fragen: "Hey, hab ich mich bei dir schon vorgestellt? Ich bin XY, neue PJlerin". Und wenn dann die Antwort "Ja, hast du kommt" erwiderst du einfach "Oh gut, ich will echt nicht unhöflich sein. Also nochmal hallo😃". Glaub mir, lieber so, also wenn du am Ende schon am zweiten Tag beim Stationsdrachen unten durch bist.
Nach ungefähr zwei Wochen gebe ich dann auch auf. Wenn mich dann jemand anspricht, wer ich bin, lasse ich gerne ganz confident einfließen, dass ich schon länger da bin😛
5. Frag, was von PJlern erwartet wird
Wenn du die Assistenzärzte am Anfang fragst, was die PJ-Aufgaben sind, bist du am ersten Tag vielleicht nicht ganz so lost. Auch wenn man natürlich trotzdem verloren ist 😉. Zudem kannst du die Aufgaben mit deinen eigenen Erwartungen ablgeichen und diese ansprechen.
6. Kurz zum Verhalten im OP
Ach, wir kennen doch hoffentlich alle den "ACHTUNG, das ist steril!!!"-Ausruf, wenn wir das sterile Gebiet auch nur von der Seite angucken. Meine Taktik im OP ist einfach sehr respektvoll (nachdem ich mich vorgestellt habe!!) wegen jedem kleinsten Mist nachzufragen 🤷🏽♀️ "Ist es okay, wenn ich hier stehen bleibe?", "Darf ich da durchgehen?", "Kann ich irgendwie helfen oder steh ich im Weg?". Am Anfang ist dieser eingespielte Ablauf immer ein Buch mit sieben Siegeln - irgendwann ist man selbst Teil davon.
Wie ich mir gewünscht hätte, dass meine Einstellung wäre:
Was das Mindset angeht, ist das PJ eine ganz wilde Zeit. Du wechselt oft Krankenhäuser und Stationen und lernst dabei auch sehr viele sehr unterschiedliche Menschen kennen. Und dabei kannst du viel Glück, aber auch viel Pech haben.
Ich hatte sowohl richtig tolle KrankenpflegerInnen als auch welche, die bisschen schwieriger waren. Und natürlich gilt das gleiche für Ärzte, OP-Pflegende und alles drum herum! Dabei ist das wichtigste, dass du manche Aspekte nicht zu persönlich nimmst. Wenn jemand schlechte Laune hat oder unfreundlich ist, liegt das sehr wahrscheinlich nicht an dir. Studenten kriegen das einfach sehr gerne mal ab. Nicht, dass das okay ist - aber manchmal muss man das leider schlucken.
Und natürlich kann es auch genau andersherum laufen und alles sind super freundlich. Wichtig ist, dass auch du freundlich und höflich bist (logisch 😃). Weil, so wie man in den Wald hineinruft, schallt es eben auch zurück 🤓
Zudem habe ich auch je nach Tertial ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht, was die PJ-Aufgaben und der Umgang mit Studenten angeht: In der Anästhesie durfte ich einfach genießen und mitnehmen was ich wollte. Hatte also keine festen Aufgaben, bin mitgelaufen und durfte dabei neue Sachen lernen - mega entspannt. In der Inneren war ich die rechte Hand des Stationsarzt und durfte eigene Patienten betreuen. Das war auch genial, weil ich super viele gelernt habe und mit diesem "Boah, ich habe heute richtig was geleistet"-Gefühl nachhause gehen durfte, dafür aber auch echt anstrengender und ich bin oft länger geblieben. Die Chirurgie hat teilweise leider bisschen die Vorurteile erfühlt: Blutentnahmen, Patientenaufnahmen, Arztbriefe schreiben und nur in den OP, wenn eine 2. Assistenz gebraucht wurde. Anstrengend, aber nicht so erfüllend.
Dazu muss man leider sagen: Auf den Stationen sind die PJ-Aufgaben festgelegt bevor du kommst und du wirst sie nicht von heute auf morgen ändern können. Klar ist es immer gut, Missstände anzusprechen! Aber es ist auch echt keine Schande, manche Dinge einfach zu akzeptieren (auch wenn PJler offiziell keine geplanten Stellen sind - aber darüber wirst du noch oft schmunzeln 😅).
Je nach Tertial war natürlich auch die Lehre unterschiedlich. Immer abhängig von den Ärzten und deren Workloads, aber auch von deiner Eigenmotivation. Deshalb: Stell Fragen, versuch dir das einzufordern! Du nimmst oft einen ganzes Stück Arbeit ab - es ist nicht zuviel verlangt, wenn dir jemand erklärt, wieso du sie machst! 🙌🏻 Und sei gerne offen für die unterschiedlichen Fachgebiete: Auch, wenn du in die Chirurgie willst, kann dir die Innere etwas beibringen. 😘 Und andersherum natürlich auch.
Und denk daran, dich nicht ausnutzen zu lassen: Wir haben feste Arbeitszeiten, aber länger bleiben sollte eine Seltenheit sein. Und letzten Endes stehst auf manchen Stationen da nur du für dich ein.
Long story short: Sei höflich, freundlich zu allen, offen und neugierig. Nach Dienst hast du aber auch frei und kannst dein Leben genießen - denn das Krankenhaus ist nicht alles. Wir haben auch einige Blogposts zum Thema Ausgleich, wenn du da mal reinspitzeln magst 🥰
Ich hoffe, dir konnte der Blogpost eine kleine Erleichterung deines PJ-Einstiegs bringen und wünsche dir ganz viel Erfolg!
Raus in die Welt mit dir!
Chiara und Marie